Indirekte Traumafolgen und professionelle Selbstfürsorge in der Beratungspraxis:Wenn das Trauma anderer nachwirkt
Nur als Präsenz-Seminar buchbar
Fachkräfte in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung und der Kinder- und Jugendhilfe begegnen immer wieder Menschen, deren Biografie von traumatischen Erfahrungen geprägt ist. Die Auseinandersetzung mit deren Erzählungen, Affekten und Beziehungsangeboten kann auch diejenigen belasten, die selbst nicht in der traumatischen Situation anwesend waren. Indirekte Traumafolgen können das soziale Umfeld traumatisierter Menschen betreffen, sich aber auch im professionellen Kontext bei Fachkräften zeigen – etwa in Form starker innerer Bilder, anhaltender Anspannung, Ohnmachtsgefühlen, Vermeidungsimpulsen oder einer Resonanz, die über das unmittelbare Gespräch hinaus nachwirkt.
Das Seminar widmet sich der Frage, wie solche mittelbaren Belastungsreaktionen psychotraumatologisch verstanden und im Beratungskontext eingeordnet werden können. Im Mittelpunkt stehen Grundlagen zum Verständnis sekundärer Traumatisierung, transgenerationaler Weitergabe von Belastung sowie anderer Formen indirekter Traumafolgen im Kontakt mit traumatisierten Menschen und ihren Bezugssystemen.
Zugleich nimmt das Seminar die professionelle Rolle von Fachkräften in den Blick: Wie lassen sich eigene Resonanzen auf traumatisches Material besser wahrnehmen und reflektieren? Wie kann mit Belastung, Ohnmacht und den besonderen Beziehungsdynamiken in traumabezogenen Beratungsprozessen professionell umgegangen werden? Und was hilft dabei, im Kontakt mit traumatisierten Menschen und ihrem sozialen Umfeld als Beratungsfachkraft präsent, differenzierungsfähig und selbstachtsam zu bleiben?
Neben psychotraumatologischen Grundlagen werden psychoanalytische und beziehungsdynamische Perspektiven auf Resonanz, Gegenübertragung, Containment und professionelle Selbstfürsorge einbezogen. Raum für kollegialen Austausch und die Reflexion eigener Praxiserfahrungen ist ausdrücklich vorgesehen.
Marie-Sophie Caspar
Mediatorin und Fachberaterin für Psychotraumatologie, Supervisorin